AfD: Auch eine Partei der Besserverdiener

Arm und wenig gebildet – so sieht für viele ein typischer AfD-Unterstützer aus. Doch das stimmt nicht, zeigt eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Die Klientel der „Alternative für Deutschland“ zählt durchaus zu den Besserverdienenden, die sich dennoch Sorgen um Zuwanderung machen.

Die Flüchtlingskrise hat die politische Landschaft in Deutschland tiefgreifend verändert, vor allem die AfD konnte neue Wähler gewinnen. Klar schien: Die einkommensschwachen und schlechter gebildeten Bürger unterstützten die Anti-Zuwanderungspolitik der AfD – vor allem aus Angst vor Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt oder im Sozialsystem.

Doch die IW-Forscher zeigen mithilfe des aktuellsten Sozio-oekonomischen Panels von 2014: Bereits damals war der Anteil der Befragten, die sich große Sorgen um Zuwanderung machen, bei der AfD mit 62% höher als bei CDU (27%), CSU (30%) oder SPD (23%). Unter allen Befragten bestand lediglich ein schwacher Zusammenhang zwischen Einkommen und Sorgen um Zuwanderung. Gleichzeitig gehörte gut ein Drittel der AfD-Unterstützer zum einkommensreichsten Fünftel der Bevölkerung, ähnlich viele wie bei Union und Grünen.

Nur 15% gehörten zum Fünftel mit dem geringsten Einkommen, auch das Bildungsniveau war überdurchschnittlich. Diese Einkommensstruktur unterschied die AfD etwa von der NPD, deren Unterstützer zu 31% im einkommensärmsten Fünftel zu finden waren. Weiterlesen

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Solingen und Münster verzeichneten 2014 in NRW die höchsten Zuwächse bei der Erwerbstätigenzahl

Düsseldorf. Die Zahl der Erwerbstätigen (am Arbeitsort) war in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 mit rund 9,1 Millionen um 0,7% höher als ein Jahr zuvor. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt mitteilt, waren in 44 der 53 kreisfreien Städte und Kreise des Landes mehr Personen erwerbstätig als 2013. Die höchsten Beschäftigungszahlen wiesen Köln mit 718 400 Erwerbstätigen (+8 500 gegenüber 2013), Düsseldorf (507 500; +2 000) und Essen (325 100; +2 200) auf.

Die niedrigsten Erwerbstätigenzahlen wurden für Bottrop (47 400), Remscheid (58 700) und Herne (62 300) ermittelt. Die höchsten Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr verzeichneten Solingen (+1,8%) und Münster (+1,7%), die höchsten Rückgänge Herne und Bottrop (jew. −2,4%).

Die höchsten prozentualen Zuwächse bei den Erwerbstätigenzahlen im Produzierenden Gewerbe ermittelten die Statistiker im Jahr 2014 für den Kreis Euskirchen und den Oberbergischen Kreis (jew. +1,7%). Weiterlesen

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Harald Welzer: „Der Angriff auf unsere Freiheit“

Mit seinem gerade erschienenen, brandaktuellen Buch „Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit“ trifft Harald Welzer den Nerv unserer Gesellschaft. Am Dienstag, 10. Mai 2016, um 20 Uhr spricht er in der Zentralbibliothek am Neumarkt mit dem Wissenschaftsjournalisten Gert Scobel über seine Untersuchungen.

Welzers Werk ist nichts weniger als eine neue Analyse der großen gesellschaftlichen Zusammenhänge in Deutschland, eine umfassende Diagnose der Gegenwart. Unsere Gesellschaft verändert sich radikal, aber fast unsichtbar. Nach Welzers Thesen steuern wir auf einen Totalitarismus zu. Das Private verschwindet, die Macht des Geldes wächst ebenso wie die Ungleichheit, wir kaufen immer mehr und zerstören damit die Grundlage unseres Lebens.

Statt die Chance der Freiheit zu nutzen, die historisch hart und bitter erkämpft wurde, werden wir zu Konsum-Zombies, gesteuert durch eine machtbesessene Industrie, deren Lieblingswort „smart“ ist. Was heißt das für unsere Gesellschaft? Nach seinem Bestseller „Selbst denken“ analysiert Welzer in „Die smarte Diktatur“, wie die scheinbar unverbundenen Themen von Big Data über Digitalisierung, Personalisierung, Internet der Dinge und Drohnen bis Klimawandel zusammenhängen. Für den Autor ist es höchste Zeit für Gegenwehr, wenn man die Freiheit erhalten will. Weiterlesen

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Bildung ist entscheidend für Integration von Migrantinnen und Migranten

WIESBADEN/BERLIN – Migranten in Deutschland sind mit 35,4 Jahren deutlich jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund (46,8 Jahre). Es gibt mehr Ledige unter ihnen, mehr Menschen in Ausbildung und weniger im Rentenalter. Zuwanderer in Deutschland sind aber auch geringer gebildet, seltener erwerbstätig, sie verdienen weniger und sind eher von Armut bedroht. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Migrantengruppen. Deutlich ist der Einfluss der Bildung. Auch für Migrantinnen und Migranten gilt: Mit höherem Bildungsstand verbessern sich ihre Chancen am Arbeitsmarkt, sie erzielen höhere Einkommen und ihr Armutsrisiko sinkt.

Dieses Bild zeichnet der heute in Berlin vorgestellte „Datenreport 2016 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“. Statistiker und Sozialforscher haben darin Zahlen und Befunde zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt, unter anderem auch zu Migration und Integration. Der Datenreport wird herausgegeben vom Statistischen Bundesamt (Destatis), der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Weiterlesen

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1. Mai 2016: Faire Arbeit und fairen Lohn erhalten

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat auf der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Bochum das Engagement der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gelobt: „Solidarität, soziale Gerechtigkeit und die Interessen der Beschäftigten stehen immer im Mittelpunkt unserer Politik“, betonte Kraft.

Mit dem gesetzlichen Mindestlohn sei ein entscheidender Schritt getan, um die Tarifautonomie zu stützen und prekäre Beschäftigung einzudämmen. „Jahrelang haben wir gemeinsam mit den Gewerkschaften für den Mindestlohn gekämpft. Gegen viele Widerstände. Jetzt haben wir den Mindestlohn und er funktioniert. Es gibt keine negativen Auswirkungen. Stattdessen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gestiegen. Forderungen, den Mindestlohn für Flüchtlinge zu senken, erteilen wir eine klare Absage: Wir werden nicht zulassen, dass hier verschiedene Gruppen in unserem Land gegeneinander ausgespielt werden. Dass wir Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse bekommen.“

Rund zehn Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW verdienen mehr Geld, weil es den Mindestlohn gibt. Das sind rund 800.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – davon sind 61% Frauen. Weiterlesen

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